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December 10, 2012
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Comments: 26
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Hallo liebe Musenkinder,



konstruktive Kritik ist eine durchaus positive Sache mit der viel Gutes bewirkt werden kann.
Wichtig dabei ist jedoch WIE Kritik formuliert wird, denn sie kann schnell falsch aufgefasst
werden, auch wenn der Kritiker es eigentlich nur gut mit dem Schreiber/Illustrator/Künstler meint!

Hier ein paar hilfreiche Richtlinien, die euch selbst als Kritiker unterstützen, aber auch als
Kritisierte schützen. Einiges wird euch bestimmt schon bekannt sein, aber es schadet wohl nicht,
es sich nochmal ins Gedächtnis zu rufen! Wir sind eine Gruppe, die gutes Feedback geben möchte
und jeder von euch kann einen Teil dazu beitragen, wenn er oder sie möchte. :)

HABEN WIR ETWAS VERGESSEN? Dann schreibt uns bitte eine PM mit euren Vorschlägen,
damit wir die Liste erweitern können.


Als Erstes: positive Punkte

Gute Kritik wird niemals pur vorgetragen: zunächst kommt ein Lob, dann wird das erwähnt,
was man kritisieren will, dann abschließend wieder ein Lob. Bei einem positiven Start ist der
Schreiber nicht gleich abgeschreckt und aufgeschlossener für eure Anmerkungen, als wenn
ihr ihn direkt mit einer langen Fehlerliste bombardiert.

Freundlich sein

Warum wollt ihr Kritik geben? Doch sicher um dem Autor zu helfen! Also denkt daran,
hinter diesem Gedicht/Roman/Sachtext steckt ein echter Mensch aus Fleisch und Blut,
der vielleicht lange an seinem Werk gearbeitet hat.
Also verpackt eure Worte lieber ein wenig in Watte, so wird man sich viel lieber von euch helfen lassen.

Kritik ist oft subjektiv

Vergesst nicht, ihr verkörpert nicht die Allgemeinheit. Eure Kritik basiert auf dem persönlichen
Empfinden. "Meiner Meinung nach fehlt es den Charakteren noch an Tiefgang.", klingt
doch viel besser als "Deine Charaktere sind oberflächlich", nicht wahr?

Der individuelle Schreibstil ist kein Fehler

Für viele Leute ist es frustrierend, wenn jemand Dinge an seinem Werk kritisiert, die nichts mit direkten Fehlern,
sondern vielmehr mit ihrem Stil zu tun haben. Ob es nun sehr detaillierte Beschreibungen oder das Nichtbeachten
von rhetorischen Mitteln ist: der Autor hat sich seinen Stil selbst erarbeitet und gewählt. Wenn euch der Stil
nicht zusagt, dann müsst ihr es ja nicht lesen.

Fragen lohnt sich!

Mutmaßungen und Annahmen bringen nur einer Partei etwas, doch von Fragen profitieren beide Seiten!
Vielleicht habt ihr euch nur missverstanden? Und eine Frage zu stellen, macht dem Autor klar,
dass er etwas nicht deutlich genug ausgedrückt hat, ohne ihm auf den Schlips zu treten.

Gib Verbesserungsvorschläge mit auf den Weg

Wenn ihr die negativen Aspekte vorbringt, dann gebt dem Autor auch gleich mit auf seinen Weg
was er beim nächsten Mal besser machen kann. Kritik soll schließlich konstruktiv sein und
unterstützen.

Beleidigungen & Drohungen

...sind natürlich keine konstruktive Kritik.

Wie man mit Kritik umgeht

Kritik ist ein Geschenk, entweder man nimmt es an und macht etwas daraus oder man wirft es weg!
Das ist jedem selbst überlassen. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob die Kritik angebracht ist,
dann holt eine zweite oder mehr Meinungen ein. Letztendlich liegt es in eurer Hand, ob ihr die Kritik
nutzen möchtet oder nicht.
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:iconeinsamer-wanderer:
*EINsamer-wANDERER 3 days ago  Hobbyist Writer
Ich möchte diesen Beitrag noch um eine Kleinigkeit ergänzen (oder ich war zu blöd sie zu finden).

Bevor meine Kritik schreibt, sollte man sich vielleicht etwas Zeit nehmen und über das Werk nachdenken. Es nach dem Lesen noch einmal von allen Zeiten zu betrachten kann nie schaden.
Reply
:icontutziputz:
Mood: Love *Tutziputz Jan 3, 2013  Hobbyist Writer
Das Lob kommt vielleicht ein bisschen spät, aber besser spät als nie.

So war es ein witziger Zufall, dass ich direkt nacheinander zuerst auf diese Kritikseite aufmerksam wurde (das war Lucyfire, die bei irgendeinem Werk auf einen - recht drastischen - negativen Kommentar mit einen Verweis auf diese Seite geantwortet hat) und dann von Wortakrobatin in einem Kommentar auf eines meiner Gedichte auf die "Musenkinder" aufmerksam gemacht wurde.

Es klingt vielleicht ein wenig naiv, aber ich fand das ganze Konzept, sich gegenseitig kommentieren zu wollen - beachten zu wollen - und dabei zu versuchen, hilfreich aber auch nett zu sein, ... wie soll ich sagen ... irgendwie sympathisch. Damit war für mich klar, dass dies eine Gruppe ist, in der ich gerne Mitglied sein wollte … und noch immer bin.
Reply
:iconwortakrobatin:
=Wortakrobatin Jan 3, 2013  Hobbyist Writer
Mir kommen die Tränen :happycry: Danke dir! Schön, dass hier so ein reger Austausch entsteht!
Reply
:iconromanrsteller:
~RomanRSteller Jan 2, 2013  Professional Writer
Hallo Wortakrobatin,

niemand lässt sich gern sein mit Liebe und Mühe erstelltest Werk zerhackstücken, deshalb ist es richtig und wichtig, dass du an grundlegende Regeln des Kritisierens erinnerst - finde ich super.

Ich bin zwar hier neu, aber schon seit mehr als zehn Jahren in verschiedenen Literaturforen im Internet unterwegs gewesen, daher weiß ich, dass es bevorzugt zwei gegensätzliche Art des Umgangs gibt, die beide nicht sehr hilfreich sind: Bashing und Alles-Toll-Finden. Warum Bashing Mist ist, brauche ich wohl nicht weiter auszuführen, aber es bringt m. E. auch niemanden weiter, wenn er von allen Seiten nur mit Wattebäuschchen beworfen wird.

Was mir in deinen Richtlinien zur Kritik noch fehlt, ist der Hinweis, dass es auch objektive Kriterien gibt. Grammatik, Satzbau, Rechtschreibung und Zeichenseitzung gehören dazu und sind einfach elemetar für die Lesbarkeit eines Textes. Tippfehler unterlaufen jedem, deshalb sollte es absolut essenziell sein, sich gegenseitig auf diese Art von Fehler hinzuweisen.

Schwieriger wird es dann schon, das betrifft vor allem den Bereich Lyrik, wenn ein Autor sich anscheinend formalen Regeln unterwirft, sie dann aber nicht durchhält. Zum Reim gehört z. B. auch die Beachtung der Metrik, ansonsten wird der beste Inhalt zu einem gestümperten Geholper - das gereimte Gedicht ist schließlich in seiner Urfunktion zum Vortrag, wenn nicht sogar zum Gesang gedacht, entsprechend muss es rhythmisch korrekt gearbeitet sein. Wie stellt ihr euch hier den Umgang mit diesen handwerklichen Fragen vor? (Wenn es jemand wünscht, kann ich sicher im Laufe der Zeit auch ein paar lyrik-theoretische Traktate für die Werkstatt beisteuern.)

Es gibt leider auch in vielen Foren kaum jemanden, der Fabeln von Märchen, Essays von Kurzgeschichten oder Novellen von Romanen unterscheiden kann. Das hört sich sehr formalistisch an, aber letztlich ist es für die Lesbarkeit des Textes genauso wichtig, wie die von Lucyfire in der Werkstatt zurecht angemahnte psychologische Stringenz eines Charakters. Wenn beispielsweise jemand im Prinzip einsträngig erzählt (Novelle), aber einmal für ein paar Seiten die Perspektive wechselt (Roman), lässt er den aufmerksamen Leser ziemlich verwirrt zurück. Also auch hier: Wie stellt ihr euch hier den Umgang mit diesen handwerklichen Fragen vor?

Letztlich geht es mir um folgende Frage: Stellt jemand hier seine Werke aus, um ein wenig gestreichelt zu werden, oder um sich schriftstellerisch zu verbessern?

Liebe Grüße
Roman

P. S.: Ich habe dies bewusst nicht als PN verfasst, sondern möchte es offen zur Diskussion stellen, weil es für mich ein sehr wichtiger Punkt ist, herauszufinden wie die Musenkinder ticken. Ich hab klare Vorstellungen, was für eine Art Forum ich suche und deshalb geht es mir darum, zügig herauszufinden, ob ich hier richtig bin. Vielleicht bin ich ja einer der "gewissen Menschen, die glauben, selbst Non-Plus-Ultra zu sein" und verstreue arrogant meine 'Weisheit' ... :-)
Reply
:iconlucyfire71:
=lucyfire71 Jan 2, 2013  Hobbyist General Artist
Ohh ich wurde im Postscriptum zitiert :dummy:
Vielen Dank *freundlich lächel*

Auch von mir ein herzliches Willkommen.
Ich freue mich immer wieder neue "Gesichter" bei uns zu sehen, die auch mehr Wissen im Schriftstellerischen Bereich haben und uns daran teilhaben lassen.

Deine erwähnten objektiven Kriterien sind natürlich auch mir ein Anliegen und werden nochmals eigens in der Werkstatt hochgeladen. Auch mir graust es beim Lesen, wenn zuviele Fehler in der Grammatik/ Satzbau/ Rechtschreibung und Zeichenseitzung etc. gemacht werden. Und ich denke, ein Jeder, der in diesem Gebiet nicht so bewandert ist, wird dankbar für jeden Tipp sein.

Wenn du möchtest, kannst du gerne dein Wissen in der Schreibwerkstatt teilen. Wir sind dankbar für jeden Beitrag, der uns nicht nur qualitativ verbessert, sondern den (jungen) Schreiber die Richtlinien/ Möglichkeiten/ Fehlerquellen aufzeigt.

Letztlich geht es mir um folgende Frage: Stellt jemand hier seine Werke aus, um ein wenig gestreichelt zu werden, oder um sich schriftstellerisch zu verbessern?
Das kann jeder nur für sich selber beantworten. Aber vielleicht ja sogar beides?
Wer möchte nicht gelobt werden, für das was er kreiert? Und wenn dann hilfreich kritisiert wird, so dass man sich darüber hinaus auch noch verbessern kann - wäre das nicht wünschenswert?

Wir alle sind keine professionellen Schriftsteller - einzig nur der Leidenschaft verfallen mit Buchstaben und Worten zu jonglieren und akrobatische Kunststückchen aufzuführen, die vielleicht zu berühren, verführen, aufzuregen, entspannen (die ganze Gefühlspalette eben)... wissen ;)

In dem Sinne - ein kreatives und wortreiches neues Jahr und schönen Abend!
Lucy :sun:
Reply
:iconromanrsteller:
Mood: Suffering ~RomanRSteller Jan 3, 2013  Professional Writer
"Und ich denke, ein Jeder, der in diesem Gebiet nicht so bewandert ist, wird dankbar für jeden Tipp sein."

Du bist Optimistin, kann das sein? :-)
Meine Erfahrung aus vielen Foren ist, dass man als Korinthenkacker beschimpft wird oder die Autoren auf ihre angebliche Rechtschreibschwäche (man staunt, wie verbreitet das unter Schriftstellern ist, und fragt sich, ob es auch so viel farbenblinde Maler gibt) verweisen, mit der man doch bitte nachsichtig sein solle ...

Gleichzeitiges Streicheln und auf handwerkliche (oder noch schlimmer: inhaltliche) Fehler hinweisen ist ein Spagat, der wohl nur selten gelingen wird, fürchte ich, denn wenn z. B. ein Versmaß versaut ist, ist es versaut, da hilft auch kein "aber sonst ist es ganz gut".

Na gut, ich bin gespannt. Auch darauf, in wie weit hier aufeinander reagiert wird - über die Admins hinaus! ;-)

Liebe Grüße
Roman
Reply
:icontutziputz:
*Tutziputz Jan 3, 2013  Hobbyist Writer
Na ja, eigentlich gibt es doch eine einfache Lösung für den "Spagat".

So gibt es für mich nur zwei Gründe, warum ich in Deviant-Art angemeldet und gleichzeitig auch Mitglied dieser Gruppe bin: Ich schreibe gerne - und zwar richtig gerne - und ich lese gerne. Und hey, hier bin ich auf so viele wundervolle und interessante Werke gestoßen, dass mir schon die Zeit fehlt, mich mit all diesen zu beschäftigen. Wie sollte ich es da auch noch schaffen, mich mit Sachen auseinander zu setzen, die mir nicht gefallen.

Tja, und damit kann ich zwangsläufig nur Kommentare schreiben, die - obgleich sie durchaus auch negative Kritikpunkte enthalten - zumindest von der Grundtendenz her positiv sind. Und wenn ich den Kommentierten durch diese meine "Streicheleinheit" auch noch ein wenig glücklich mache ... ja, dann freut mich das ebenso wie sich vermutlich jeder Schenkende über die Freude des Beschenkten freut.

Zugeben, diese Philosiphie mag simpel, ja sogar naiv sein. Aber ich würde auch nicht dazu beitragen, diese Welt ein wenig besser zu machen, wenn ich mich selbst durch Werke quäle, die mir nicht gefallen, nur um dann auch noch den Autor mit einem Verriss unglücklich zu machen. Wie heißt es so schön, das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher. :D

P.S.: Nur bitte jetzt nicht den Umkehrschluss ziehen und denken, dass alles was ich nicht kommentiere, schlecht finde! Meist ist es schlicht fehlende Zeit...
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:iconromanrsteller:
~RomanRSteller Jan 5, 2013  Professional Writer
Hm. Ich habe das jetzt zwei Tage lang sacken lassen.

Anfangs dachte ich ja, wahrscheinlich hast du Recht und man muss einfach ignorieren, was man schlecht findet. Aber es bleibt dabei ein komischer Beigeschmack. Denn wenn es den Leuten nie jemand sagt, werden sie immer schlechtes Zeug machen und sich nie verbessern. Klar, man kann sich auf den Standpunkt stellen: "Nicht mein Problem." Allerdings muss man dann fragen: Wäre ich selbst jemals besser geworden, wenn alle sich auch bei mir auf desen Standpunkt gestellt hätten?

Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen, wie es so schön heißt ...
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:icontutziputz:
*Tutziputz Jan 5, 2013  Hobbyist Writer
So, jetzt war es an mir, über deine Worte nachzudenken. Denn es ist viel Wahres in dem, was Du sagst. Und es ehrt Dich, dass Du Dein Wissen teilen möchtest, dass Du uns helfen möchtest. Und das meine ich zutiefst ernst.

Aber trotzdem ist das Kritisieren in Foren wie diesem nicht immer ganz einfach. Gut, das Kritisieren von einigen bestenfalls mittelwichtigen Details in einem ansonsten gelungenen Werk kann man meist problemlos machen - und das wird von mir ja auch regelmäßig gemacht. Aber was ist mit einem echten Verriss? Was ist, wenn man dem Autor am liebsten sagen würde, wegschmeißen und neuanfangen?

Hier hätte ich aus den folgenden Gründen massive Bedenken:

- Ich bin selber nur ein Dilettant. Ich bin schlicht nicht gut genug, um ein solches Urteil fällen zu dürfen

- Die Kritik erscheint öffentlich hier in diesem Forum. Und eigentlich sollte schmerzhafte Kritik niemals anders als unter 4 Augen geübt werden.

- Man kennt den Autor nicht. Wenn Du mein Werk zerreißen würdest... na ja, ich habe meinen Platz im Leben und Beruf gefunden, das Schreiben ist lediglich ein Hobby. Ich denke, ich würde es überleben, wenn jemand meine Ergüsse schlecht findet (und damit vielleicht sogar recht hat). Aber was ist, wenn Du einen 16 jährigen Schüler erwischt, der sein Werk mit echtem Herzblut geschrieben hat, der noch unerfahren ist, und voller Unsicherheit seine ersten Gehversuche unternommen hat? Wenn der als einzige Kritik einen totalen Verriss kriegt, der schreibt doch nie wieder etwas! Ich denke, hier müsste man viel vorsichtiger agieren ... und genau dazu stellt der Artikel "Kritik, aber richtig" in meinen Augen einen hervorragenden Leitfaden dar. :D
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:iconromanrsteller:
~RomanRSteller Jan 6, 2013  Professional Writer
Siehst du, jetzt weißt du, warum ich den Spagat für so schwierig halte. :-)
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